Über den Autor
Hier steht, wer hinter dem FMBauplaner steckt und woher die fachliche Grundlage kommt. Bewusst knapp und nur mit dem, was überprüfbar ist.
Kurz gesagt: Der FMBauplaner ist aus der eigenen Dienstpraxis entstanden, nicht am Reißbrett. Ich bin seit 2007 ehrenamtlich im Technischen Hilfswerk, Gruppenführer der Fachgruppe Kommunikation und Bereichsausbilder für Sprechfunk. Die Bauregeln der Anwendung stammen aus der KatS-Dv 861 Feldkabelbau und werden mit Fundstelle ausgegeben, die Kabelwerte aus den Datenblättern der Hersteller. Das Projekt ist Ehrenamt, quelloffen unter der EUPL-1.2 und ohne kommerzielles Interesse.
Seit 2007 im Technischen Hilfswerk
Mein Name ist Johannes Rudolph. Seit 2007 bin ich ehrenamtlich beim Technischen Hilfswerk. Derzeit bin ich Gruppenführer der Fachgruppe Kommunikation und Bereichsausbilder für Sprechfunk.
Die Fachgruppe Kommunikation stellt im Einsatz die Fernmeldeverbindungen her und betreibt sie. Das ist nicht nur Funk. Wo eine Verbindung über Stunden tragen muss, bei Regen, mit mehreren Sprechstellen an einem Ort, wird gebaut: Feldkabel vom Einsatzabschnitt zur Führungsstelle, Vermittlung, Endgeräte und die Stromversorgung dazu. Diese Arbeit hat einen eigenen Takt. Der Trupp fährt an den Anfangspunkt, arbeitet sich die Trasse entlang und ist ab da für Rückfragen schlecht erreichbar.
Deshalb entscheidet sich am Schreibtisch, ob der Bau glattgeht. Was der Trupp mitbekommt, muss vollständig sein: wo die Trasse verläuft, wie lang sie ist, wie viel Kabel auf den Wagen gehört, wo gequert wird und was an dieser Querung gilt.
Warum dieses Werkzeug entstanden ist
Der Auslöser war nüchtern: Der Bauauftrag war eine Handskizze. Eine Linie auf einer ausgedruckten Karte, daneben eine geschätzte Länge, im Kopf die Zahl der Trommeln. Koordinaten standen keine darauf, oder in einem Format, das das Hand-GPS nicht annimmt. Wer so losfährt, merkt am Bauort, dass die Trasse vierhundert Meter länger ist als gedacht, und dass die letzte Trommel dann eben nicht mehr reicht.
Dabei ist der Rechenweg immer derselbe: Länge zwischen den Punkten, Bauzuschlag darauf, daraus Trommeln, Verbindungsstellen und ein Richtwert für die Bauzeit. Das ist Arbeit für eine Maschine, nicht für den Abend vor dem Einsatz. Wer sie zweimal von Hand gemacht hat, baut sich eine Tabelle. Wer sie zehnmal gemacht hat, baut ein Werkzeug.
Der zweite Auslöser war die Nachvollziehbarkeit. Ein Bauauftrag wird weitergegeben, abgezeichnet und später besprochen. Dann muss auf dem Blatt stehen, aus welchem Stand es kommt und auf welcher Kartengrundlage es entstanden ist. Beides druckt der FMBauplaner in den Blattfuß: Die Versionsnummer ist minutengenau, eine Rückfrage lässt sich damit einem Stand zuordnen.
Von der Dienstpraxis über die geprüfte Fundstelle bis zu dem Blatt, das der Trupp mitnimmt.
Woher die Zahlen und Regeln stammen
Der FMBauplaner rechnet nichts, was nicht an einer Quelle hängt. Wo eine Angabe aus einer Vorschrift kommt, steht die Fundstelle mit in der Ausgabe – am Bauort wird nach der Gliederungsnummer gesucht, nicht nach dem Satz.
- KatS-Dv 861 Feldkabelbau Querungen von Straßen, Bahnstrecken, Gewässern und Leitungen: Mindestmaße, Bauverbote, Genehmigungspflichten und Warnposten. Jede Regel erscheint mit ihrer Gliederungsnummer.
- Datenblätter der Kabelhersteller Trommellängen, Gewichte und Kennwerte der Feldkabelfamilie. Daraus ergeben sich Trommelzahl und Zahl der Verbindungsstellen.
- Geodätische Berechnung Längen als Direktstrecke auf dem WGS84-Ellipsoid (Vincenty), Koordinaten in MGRS, UTM und GPS. Nicht überschlägig, weil aus dieser Zahl der Materialbedarf folgt.
- Elektrotechnische Auslegung Der Leiterquerschnitt von Stromleitungen aus Last, Länge, Netzform und zulässigem Spannungsfall. Maßgebend ist, was den größeren Querschnitt verlangt.
- Taktische Zeichen Aus der Sammlung jonas-koeritz/Taktische-Zeichen, Release-Exporte unter CC0-1.0.
- Kartengrundlagen TopPlusOpen des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie, OpenStreetMap, OpenTopoMap und Luftbild. Die Quellenangabe wird auf jedem Bauauftrag mitgedruckt.
Was am Bauort immer wieder schiefgeht
Drei Dinge tauchen immer wieder auf, und keines davon ist ein Wissensfehler. Das erste: Die Trasse steht auf dem Papier, aber ohne Koordinaten. Den Anfangspunkt findet der Trupp noch, den Übergabepunkt im Waldstück nicht mehr. Deshalb trägt jeder Punkt im Bauauftrag seine Gitterangabe – MGRS und GPS, in der Schreibweise, die am Gerät eingegeben wird.
Das zweite: Gerechnet wird mit der Länge auf der Karte. Die tatsächliche Kabellänge ist immer größer – Geländeverlauf, Umgehungen, Reserve an Muffen und Endverzweigern. Deshalb rechnet der FMBauplaner den Bauzuschlag von vornherein mit und weist Trassenlänge und Bedarfslänge getrennt aus.
Das dritte: Die Querung fällt erst am Hindernis auf. Eine Straße, eine Bahnstrecke, eine Freileitung – jede hat ihr eigenes Mindestmaß, manche ein Bauverbot und manche eine Genehmigung, die vor dem Bau eingeholt sein muss. Deshalb ist die Querung im Programm ein eigener Punkttyp, der seine Regel und seine Fundstelle mitbringt.
Was sich dagegen nicht durch ein Programm lösen lässt, ist die Erkundung. Die Karte zeigt keinen frisch gezogenen Zaun, keine Baustelle und keinen Acker, über den man das Kabel besser nicht legt. Das Werkzeug nimmt dir die Rechnerei ab, nicht den Gang ins Gelände.
Was dieses Angebot ist und was nicht
Der FMBauplaner ist ein privates, nicht gewerbliches Projekt. Er ist kein offizielles Angebot des THW, keiner Feuerwehr und keiner anderen Behörde, und er gibt keine amtliche Auskunft. Genannte Organisationen und Dienstvorschriften dienen allein der fachlichen Einordnung. Maßgeblich sind im Zweifel immer die geltenden Dienstvorschriften und die Festlegungen deiner eigenen Organisation.
Zwei Grenzen, die auf jedem Ausdruck stehen. Die Längen sind geodätische Direktstrecken zwischen den gesetzten Trassenpunkten, nicht die tatsächliche Kabellänge im Gelände – wer genauer plant, setzt mehr Punkte. Und der Leiterquerschnitt von Stromleitungen ist ein Planungsrichtwert: Die verbindliche Auslegung und die Prüfung der Anlage bleiben Sache einer Elektrofachkraft.
Fehler in den Werten oder in den Fundstellen sind möglich, und sie sollen gemeldet werden. Am besten als Meldung auf GitHub oder per E-Mail über das Impressum – mit der Versionsnummer aus dem Blattfuß. Der Quelltext liegt offen; wer die Rechenwege nachlesen will, findet sie dort.
Häufige Fragen
Welche Erfahrung steht hinter dem FMBauplaner?
Ich bin seit 2007 ehrenamtlich im Technischen Hilfswerk, Gruppenführer der Fachgruppe Kommunikation und Bereichsausbilder für Sprechfunk. Die Fachgruppe Kommunikation stellt im Einsatz die Fernmeldeverbindungen her und betreibt sie; der Feldkabelbau gehört zu ihrer Arbeit.
Ist der FMBauplaner ein offizielles Angebot des THW?
Nein. Es ist ein privates, nicht gewerbliches Projekt ohne amtlichen Charakter. Es besteht keine Verbindung zum Technischen Hilfswerk oder zu einer anderen Behörde. Maßgeblich sind die geltenden Dienstvorschriften und die Festlegungen der eigenen Organisation.
Woher stammen die Bauregeln und Rechenwerte?
Die Querungsregeln, Mindestmaße und Abstände stammen aus der KatS-Dv 861 Feldkabelbau und werden mit ihrer Gliederungsnummer als Fundstelle ausgegeben. Trommellängen und Kabelgewichte kommen aus den Datenblättern der Hersteller, die Längen aus einer geodätischen Berechnung auf dem WGS84-Ellipsoid.
Was kostet der FMBauplaner und wo liegen die Planungen?
Die Anwendung ist kostenlos und quelloffen unter der EUPL-1.2. Sie läuft vollständig im Browser: kein Server, keine Anmeldung, keine Übertragung der Planungsdaten. Deine Planungen liegen im Speicher deines Browsers und lassen sich jederzeit als Datei sichern – Näheres im Datenschutz.
Gibt es noch andere Werkzeuge von dir?
Ja, den Sprechfunk Übungsgenerator: Er erzeugt vollständige Funkübungen samt Vordrucken für die Sprechfunkausbildung. Gleiche Idee, gleiche Lizenz, anderer Ausbildungsabschnitt.
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